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Streckenpiloten, Hike & Fly-Freunde, Schitourengeher

Bitte die Informationen über sensible Gegenden im Montafon (Wildruhezonen und jagdliche Sperrgebiete) beachten.

https://www.montafon.at/de/Bergerlebnisse/Schnee/Naturvertraeglicher-Wintersport

 


Wildregion 3.3 (Rellstal-Gauertal-Gampadelstal); Beunruhigung von Wild durch Paragleiter

Hallo Leute,

Information zum Fluggebiet Golm!

Bitte meidet an thermisch schwachen Tagen (z. B. Herbst) den Golm!

Der GSC Montafon ist eingebunden neben allen Interessensgruppen zum Schutz der Fauna im Fluggebiet.


Schutzzone 300m

 

Liebe Paragleiter!

Im Rahmen der Aktion „RespekTIERE Deine Grenzen“© wurde vom Gleitschirmclub Montafon in Zusammenarbeit mit

•  Grundbesitzern (Alpen)
•  Jagdnutzungsberechtigten
•  Illwerke Tourismus – Golmerbahn
•  Landesforstdienst
•  Stand Montafon Forstfonds
•  Wildbach- und Lawinenverbauung

eine Schutzzone vereinbart und am Startplatz Golm eine Informationstafel aufgestellt.

Wir bitten Dich in jedem Fall die Flughöhe von 300m über Grund in der Schutzzone einzuhalten, da sonst der Verlust des Startplatzes droht…

Warum dieser Aufwand?

Beide Komponenten sollen als Information dienen um auf gewisse Umstände aufmerksam zu machen, deren sich viele Paragleiter nicht bewusst sind.
Wie Du sicher noch vom Grundkurs weißt, ist ein offizieller Start- und Landeplatz von der Genehmigung durch den Grundbesitzer abhängig.

Der Gleitschirmclub Montafon konnte am Golm, der sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Startpunkt für Streckenflüge entwickelt hat, so eine Vereinbarung treffen.

Auswirkungen des Flugbetriebes

Flugbetrieb über deckungsarmen Gebieten oberhalb des Gebirgswaldes hat grundsätzlich ein großes Einflusspotenzial. Durch unsere Gleitschirme kann es durch Schattenwurf, der für die Tierwelt eine Bedrohung darstellt (Urinstinkt-Beutegreifer), zu Fluchtreaktionen kommen. Dies kann zu gewissen Zeiten den Jagdbetrieb stören.

Die Grundbesitzer (Alpen) sind aber auf die Einnahmen aus der Jagdpacht angewiesen. Es entsteht hier also ein Druck, der uns den Startplatz kosten kann.

Wesentlich dramatischer sind die Auswirkungen der Fluchtreaktionen auf die Waldverjüngung. Gamswild steht normalerweise oberhalb der Waldgrenze. Durch hang- oder gratnahes Fliegen wechseln die Tiere in den Wald ein, wo sie Deckung suchen. Sie werden unter Stress gesetzt, der durch zusätzliche Nahrungsaufnahme kompensiert wird. Das bedeutet leider sehr oft, dass Jungbäume verbissen werden. Dadurch ist die natürliche Verjüngung des für die Bewohnbarkeit unserer Regiondringend benötigten Schutzwaldes gefährdet. Ähnliches gilt für das im Wald und auf den eingebetteten Lichtungen äsende Rot- und Rehwild. Auch stört hang- und gratnahes Fliegen Rauhfußhühner (Auer- und Birkwild) und Felsenbrüter wie den Steinadler. Es kann zu Brutausfällen kommen.

 

Es liegt auch an uns Gleitschirmpiloten!

Die beste Zeit für Thermik- und Streckenfliegen fällt leider auch mit der Brutzeit dieser Vögel und der Setzzeit (Zeit, in der die Jungen zur Welt kommen) der vorgenannten Schalentierarten zusammen. Wir Paragleiter müssen uns bewusst sein, dass wir uns mit unserem Sport nicht nur frei fühlen dürfen.
Zeigen wir, dass wir auch Verantwortung für Lebewesen in der von uns genutzten Natur übernehmen können und wollen.
Auch der Fortbestand des Waldes ist eine Sache, die uns alle angeht!
Es gibt Fluggebiete wo bewiesen wurde, dass ein gewisser Gewöhnungseffekt des Wildes eintreten kann.
Am Golm ist dies noch nicht der Fall.

Wir bitten Euch daher:

•  nach dem Start den Hangabstand rasch zu vergrößern
•  die Thermiksuche auf den ausgewiesenen Korridor zu beschränken
•  deckungsarme Gebiete - vor allem in der Schutzzone rund um die Geißspitze - mit mindestens 300 m über Grund zu überfliegen und das „Hangkratzen“ unbedingt zu vermeiden
•  einen seitlichen Hangabstand von mindestens 200 m einzuhalten
•  sollte die Thermiksuche erfolglos bleiben, mit dem genannten Abstand in der Talmitte den Landeplatz in Schruns anzufliegen.
•  nur an thermisch guten Tagen mit viel Höhe Richtung Schweiz zu fliegen!
•  Zur Deckung der Umkosten die Start/ Landegbühren zu entrichten.

Wir danken für Euer Verständnis und Euren Beitrag zum Naturschutz und wünschen Euch Allzeit schöne Flüge vom Golm.

Glück ab und gut land!

Gleitschirmclub Montafon